Selbst hosten
Deine Buchhaltung auf deinem eigenen Server
SoloOffice ist eine deutschsprachige Open-Source-Rechnungssoftware, die du mit Docker auf deinem eigenen Server betreibst. Datenbank und Belege bleiben in deiner Installation; Updates, Backups und Absicherung verwaltest du selbst.
- Docker Compose: interaktives Setup statt manueller Container-Konfiguration.
- AGPL-3.0: Quelltext und voller Funktionsumfang offen einsehbar.
- Ohne OCR-Cloud: Belege werden lokal im Backend-Container gelesen.
- Dein Betrieb: HTTPS, Updates und Offsite-Backups brauchen eigene Pflege.
Auch die Texterkennung bleibt lokal: So funktioniert die Belegerkennung ohne Cloud.
In drei Befehlen läuft es
Das Einrichtungsskript fragt Instanzname, Ports und optional die SMTP-Zugangsdaten ab, erzeugt sichere Passwörter und startet die Container. Danach ist die Anwendung im Browser erreichbar.
# 1 – Quelltext holen
git clone https://github.com/TingelTangelBob/SoloOffice.git
cd SoloOffice
# 2 – Instanz einrichten (interaktiv)
./deploy-instance.sh
# 3 – fertig, im Browser öffnen
http://localhost:8080Mehrere Mandanten auf einem Server sind vorgesehen: Jede Instanz bekommt eigene Datenbank und eigene Ports. Verwaltet werden sie über./manage-instances.sh – mit Backup, Update, Verify und Health-Prüfung als Unterbefehle. Das Einrichtungsskript legt Geheimnisse mit Dateimodus 600 ab und gibt keine Datenbankpasswörter aus.
Für eine Instanz im Internet – mit TLS, Reverse Proxy, Backups und Wiederanlauf – ist die Betriebsanleitung für Selbsthoster maßgeblich. Sie enthält vollständige nginx- und Caddy-Beispiele.
Was dabei entsteht
Drei Container in einem privaten Netz. Nur das Frontend ist nach außen sichtbar – Datenbank und Backend bleiben intern.
Die Belegerkennung läuft im Backend-Container. Es gibt keine ausgehende Verbindung zu einem Erkennungsdienst – die Belege bleiben innerhalb dieses Kastens. Frontend-nginx läuft ohne root und mit schreibgeschütztem Dateisystem; die Datenbank hält die Mandantentrennung per Row-Level Security auch gegen den technischen Laufzeitbenutzer aufrecht.
Systemanforderungen
Minimum
- Arbeitsspeicher
- 2 GB
- Speicherplatz
- 5 GB
- Prozessor
- 2 Kerne
- System
- Linux, macOS, Windows (WSL2)
- Software
- Docker mit Compose v2, Bash, OpenSSL
Empfohlen für den Dauerbetrieb
- Arbeitsspeicher
- 4 GB oder mehr
- Speicherplatz
- 20 GB (Belege wachsen)
- Prozessor
- 4 Kerne (OCR profitiert)
- Netz
- feste Erreichbarkeit für E-Mail-Versand
- Sicherung
- regelmäßiges Datenbank-Backup
Für wen sich Self-Hosting lohnt – und für wen nicht
Es ist nicht für jeden die richtige Wahl. Die ehrliche Antwort spart dir mehr Zeit als eine Verkaufsseite.
Passt gut, wenn …
- … du ohnehin einen Server oder ein NAS betreibst.
- … du schon einmal mit Docker gearbeitet hast.
- … deine Daten aus fachlichen oder rechtlichen Gründen das Haus nicht verlassen sollen.
- … du Software lieber prüfst, als ihr zu vertrauen.
- … du laufende Kosten grundsätzlich vermeiden willst.
Nimm lieber die gehostete Fassung, wenn …
- … du noch nie einen Server administriert hast.
- … du keine Lust auf Updates, Backups und Zertifikate hast.
- … du E-Mails zuverlässig zugestellt haben willst, ohne dich mit SPF, DKIM und Absender-Reputation zu befassen.
- … du im Problemfall jemanden fragen möchtest.
Wichtig für den eigenen Betrieb:SoloOffice ist eine Beta mit automatisierten technischen Tests; die manuelle Fach- und Betriebsprüfung ist noch nicht vollständig. Wenn du deine Instanz aus dem Internet erreichbar machst, sichere sie hinter einem Reverse Proxy mit HTTPS ab, veröffentliche den Datenbankport nicht und lege regelmäßige Backups an. Die Verantwortung dafür liegt beim Self-Hosting bei dir.
Häufige Fragen zum Self-Hosting
Was brauche ich, um SoloOffice selbst zu hosten?
Einen Rechner oder Server mit Docker und Docker Compose. Zwei Gigabyte Arbeitsspeicher und fünf Gigabyte Speicherplatz reichen für den Anfang, empfohlen sind vier Gigabyte. Das läuft auf einem kleinen VPS für wenige Euro im Monat, auf einem Synology-NAS oder auf einem Raspberry Pi der vierten Generation.
Ist das wirklich kostenlos oder gibt es eine abgespeckte Version?
Wirklich kostenlos, und es ist der volle Funktionsumfang. SoloOffice steht vollständig unter der AGPL-3.0 auf GitHub. Es gibt keine Funktion, die zurückgehalten wird, und für das geplante gehostete Angebot ist derselbe Umfang vorgesehen.
Was passiert, wenn ihr das Projekt einstellt?
Deine Instanz läuft weiter. Der Quelltext liegt auf GitHub, du hast eine vollständige Kopie, und jeder darf sie weiterentwickeln. Das ist der eigentliche Vorteil gegenüber einem Cloud-Abo: Es gibt keinen Abschalttermin, den jemand anderes bestimmt.
Brauche ich Linux-Kenntnisse?
Grundkenntnisse helfen. Das Einrichtungsskript fragt alles Nötige interaktiv ab und erzeugt die Konfiguration selbst. Wer schon einmal einen Docker-Container gestartet hat, kommt damit zurecht. Wer noch nie einen Server administriert hat, ist mit der gehosteten Fassung besser bedient.
Wie mache ich Updates?
Mit ./manage-instances.sh update <name>. Das Skript legt vorher ein vollständiges Backup an, baut die Container neu, wartet auf den Healthcheck und prüft danach Migrationsstand, Mandantentrennung und den ausgerollten Commit. Schlägt der Build fehl, laufen die alten Container weiter. Ein Offsite-Ziel für das Backup richtest du selbst ein – SoloOffice ist eine Beta.
Kann ich später zur gehosteten Version wechseln?
Ja, und auch wieder zurück. Es ist dieselbe Software, deine Daten lassen sich exportieren und übernehmen. Es gibt kein proprietäres Format und keine Mindestlaufzeit.
Klingt nach deinem Aufbau?
Der Quelltext liegt offen, das Einrichtungsskript nimmt dir den Rest ab. Wenn du später doch keine Lust mehr auf den Betrieb hast, ziehst du zu uns um.
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